Deutsch Ausländische Metallerinnen und Metaller


Nur ein Betriebsrat der mit der Belegschaft zusammenarbeitet, kann ein guter Betriebsrat sein. Wir treten an, damit ihr die Chance habt Kollegen zu wählen, die mit euch zusammen die Interessenvertretung gestalten wollen. Ein Spruch besagt, dass jede Belegschaft den Betriebsrat bekommt den sie verdient. Gemessen an diesem Spruch habt ihr das Glück zwischen Betriebsräten zu wählen, die mit euch zusammen arbeiten wollen, die mit euch im Dialog an die Probleme herangehen und die gegebenenfalls mit eurer Hilfe Widerstand entwickeln, wenn es ans Eingemachte geht. Genau vor dieser Situation stehen wir. Wir haben einen neuen Werkleiter, von dem bekannt ist, dass er nicht prüde mit den Kollegen umgeht. Die zugespitzte Situation auf dem Automarkt wird dafür sorgen, dass immer mehr Maßnahmen gegen uns eingeleitet werden. Da kann ein Geheimrat nicht weiter helfen, der alle 4 Jahre kommt und sich bei euch die Stimmen abholt. Ihr habt die Wahl, die zu wählen, die euch wie Stimmvieh behandeln, oder uns die mit euch zusammen arbeiten, diskutieren und handeln wollen. Wir sagen nicht zu allem Ja und Amen.


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Ulf Wittkowski


Ein Geheimrat kann nicht helfen

Hart ist das Leben an der Küste, ganz besonders, wenn man in einem Teilezulieferwerk von Daimler Chrysler arbeitet, wie wir in Hamburg. Hier im Werk hat schon fast alles stattgefunden, außer einer Schließung. So wurden Bereiche an Fremdbetreiber vergeben, hat man fast alle Formen der organisatorischen und maschinellen Arten der Rationalisierung durchgespielt, sind die verschiedensten Beschäftigungsformen vertreten und eine Produktpalette ist in eine GmbH übergeführt worden. Hinzu kommen noch die unterschiedlichsten Arbeitszeitmodelle. Dies stellt hohe Anforderungen an einen Betriebsrat. Die Arbeitszeiten müssen wieder in einer generellen Linie nach Gesetz und Tarif zurückgeführt werden. Die Rechte dürfen bei Einführung neuer Arbeitssysteme nicht verloren gehen. Diese Aufgaben kann aber kein Geheimrat bewältigen, auch wenn der Werkleiter gerne so einen hätte. Nein, solche Aufgaben können nur kreative Betriebsräte mit einem klaren Standpunkt im Wechselspiel mit euch erledigen. Dazu muss eine ständige Kommunikation stattfinden, nicht nur zu den Betriebsversammlungen. Ein Geheimrat kann höchstens dafür sorgen , dass ihr nicht mitbekommt, wann es an Eure Arbeitsplätze geht. Ohne euch kann auch kein Widerstand gegen die Maßnahmen der Werkleitung aufgebaut werden. Wenn ihr nicht nur vertreten werden wollt, sondern mit einbezogen, dann sind wir die richtigen Betriebsräte für euch.


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Mainhard Schmidt

Überstunden nein danke.

Mein Anliegen ist es, die Überstunden so niedrig wie möglich zu halten. Überstunden kosten Arbeitsplätze. Nur das Unternehmen hat Vorteile wenn Ihr Überstunden leistet, denn sie brauchen keine neue Kollegen ein zustellen. Warum sollte Daimler eure Kinder einstellen, wenn Ihr Überstunden leistet. Überstunden sind billiger als Neueinstellungen. Wenn sich dann auch noch die Kollegen für die Firma kaputt gearbeitet haben werden sie einfach abgeschoben, als wären es keine Menschen sondern nur Nummern die man hin und her schieben kann. Für mich sind das Menschen die sich für das Unternehmen den Arsch auf gerissen hab-en.Gesundheit kann man sich nicht mit Geld erkaufen. Deshal, Überstunden: Nein- Danke!


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Rita Kaiser

Einsatzeingeschränkte

Wenn die Gesundheit und die Knochen nicht mehr richtig mitspielen legt die Firma keinen Wert auf die “lieben Mitarbeiter”, dann sind sie zuviel an Bord. Es wird kaum etwas für uns getan. Arbeitsplätze für uns, Fehlanzeige. Dafür wird kein Versuch ausgelassen uns aus dem Werk zu vergraulen. Dies ist eine echte Sauerei und bilde sich keiner ein, auch wenn er heute eine Eckkraft ist, dass mit ihm, wenn er nicht mehr “Olympiareif" ist, anders verfahren wird. Hier muss die Betriebsrat entschieden stärker werden. Dafür treten wir an.



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Jan-Uwe Griese

Dauerverleihungen

Kaum zu glauben, aber nun sind einige Kollegen schon 7 Jahre in den Vorrich-tungsbau verliehen. Dieser Zustand muss geändert werden. Es kann nicht sein, dass die Kollege immer nur auf Abruf dort sind. 7 Jahre belegen doch , es gibt genügend zu tun, um die Kollegen fest zu übernehmen



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Jörg Klingel

Neue Zeit

Ich freue mich sehr auf die neue gemeinschaftliche Wahl mit den Angestellten und hoffe, dass dadurch der neue Betriebsrat mehr kritische Mitglieder bekommt, die vor allem Rückgrat haben. Zum Abnicken waren stets genug auf den Sitzungen an denen ich als Ersatz-BR teilnehmen durfte. Nachdem die 4 fetten Jahre wohl vorüber sind und wir nichts Weltbewegendes für die Kollegen erreicht haben , werden wir wohl ab sofort mit härteren Bandagen kämpfen müssen, um nicht noch mehr außertarifliche Leistungen zu verlieren.


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Wolfgang Apel

Wer sich nicht wehrt lebt, verkehrt

Dieser Spruch bringt zum Ausdruck was im Augenblick nicht zu unseren Gunsten passiert. Ich selber habe mich gewehrt und habe dadurch jetzt wieder 4 Jahre in meinem Beruf arbeiten können. Hätten wir uns gegen die unsoziale Steuer- und Rentenreform gewehrt, hätten wir vielleicht jetzt nicht die Riesterrente an der Backe. Die Unternehmer kämpfen da viel entschiedener. Man sieht es, die Gewinne steigen wesentlich schneller und höher als die Löhne. Vielleicht sollten wir uns darauf besinnen. Wer sich nicht wehrt, hat schon verloren.

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Numan Kurt

Kein Lohnverzicht

Seit dem der GBR sich der Erpressung beim Bau des Werkes Rastatt gebeugt hat, hat Daimler einen Weg gefunden, uns von den Tariferhöhungen abzuschneiden. Da es so wirkungsvoll ist wird es auch kontinuierlich angewendet. Ich finde, damit muss endlich Schluss sein.



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Ahmet Yalcinkaya

Arbeitswerte

Arbeitet man an einer hochwertigen Maschine, hat man viele AW und damit auch einen hohen Lohn. Da bringen wir uns auch sehr stark in die Arbeit ein und die Bereitschaft, alles für die Arbeit zu tun steigt. So wird auch das eine oder andere Wochenende geopfert, um es an der Maschine zu verbringen. Läuft dann die Produktion aus und hochwertige Arbeit geht dabei verloren, müssen nach der Zeit der Lohnsicherung oft empfindliche Einbußen von uns hingenommen werden. Das ist nicht gerecht! Wir können ja nichts dafür, dass unsere Qualifizierung nicht weiter genutzt wird. Daher dürfte es auch keine Abgruppierungen geben. Denn wenn wir wieder gebraucht werden, steht der Firma ja auch unser Können wieder zur Verfügung. Die Firma wälzt immer mehr Verantwortung auf uns ab. Dann sollte sie auch so fair sein für das Potential das wir haben zu zahlen.



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Slavko Rodic

Sozialabbau

Wir sind eines der reichsten Unternehmen, die Gewinne der letzten Jahre waren gigantisch hoch! Da stimmt es nachdenklich, obwohl es nicht an Geld mangelt, wird weiter jede Gelegenheit genutzt, unsere Sozialleistungen abzubauen. Meist mit dem Argument, dass es der Standortsicherung und damit der Arbeitsplatzsicherheit dient. Ich bin der Meinung, hier wird mit der Angst, die wir um unsere Arbeitsplätze haben gespielt. Doch an einem Arbeitsplatz, an dem immer wieder die Pausen beschnitten und die Leistungsanforderungen hochgeschraubt werden, geht auf Dauer auch die Motivation und die Qualität der Arbeit verloren. Das sichert bestimmt nicht unsere Arbeitsplätze.



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Arndt Schneider

Satellitenwerke

Es ist zwar schön, in einem Werkteil wie Neu Wulmstorf zu arbeiten, doch der Kontakt und die Bindung zu den anderen Kollegen im Hauptwerk geht verloren. Es ist zwar auch im Hauptwerk nicht mehr so einfach, Kontakt zu Kollegen in anderen Hallen zu halten, doch beim Essen oder Umziehen trifft man sich dann doch noch mal. Das mag auch der Grund sein, dass man sich ausgegrenzt fühlt. Dies leistet natürlich der Angst Vorschub, dass unser Werkteil ausgegliedert werden könnte. Ich wäre sehr froh, wenn wir wieder auf dem Gelände des Hauptwerkes produzieren würden. Wie man hört, sieht der neue Generalbebauungsplan genügend Produktionsfläche vor.


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Rudolf Pollak

Demokratie statt Stimmvieh

Unternehmerisch sinnvoll wäre es, die Arbeitszufriedenheit zu steigern und die Arbeitsbelastung zu senken. Bekanntlich finden wir in der Praxis das Gegenteil vor. Ich habe bei der Riege des festsitzenden Betriebsrates der Metallfraktion mehrmals nachgefragt. Ihre Antworten und Handlungsweisen kennzeichnen die Verachtung gegenüber den Arbeitnehmern. Gewerkschafter mit Mut zur Auseinandersetzung und vorallem Menschlichkeit, habe ich bei der Alternative angetroffen. Das Team hat mich davon überzeugt, sich aktiv für die Interessen der Arbeitnehmer einzusetzen. Daher kandidiere ich bei den Betriebsratswahlen 2002, mit der Hoffnung, dass sich Kolleginnen und Kollegen für engagierte Menschen entscheiden. Die Metallfraktion schweigt, wenn kritisches Nachfragen angebracht wäre. Kurz vor den Wahlen agieren die Machthaber der Metallfraktion marktschreierisch. Um weiterhin ihre eigenen persönlichen Vorteile zu verfolgen, benötigen sie Stimmvieh. Entscheide Dich am 13. März 2002 für Demokratie statt Stimmvieh.




Tschüss Holger


Unser Kollege Holger Ahrens tritt nicht mehr zur Wahl an. Er hat ein Angebot, in den Vorruhestand zu gehen, angenommen. Maßgeblich zu dieser Entscheidung trug die Krankheit seiner Frau bei. Übrigens, die es noch nicht wussten, Holger ist auch nicht der gesündeste. Deshalb ist seine Entscheidung auch zu respektieren. Das gelingt jedoch nicht allen von der Metallfraktionen, die an offiziellen Orten Kopfgeldlisten aushängen. Wie können sie es überhaupt vertreten, mit Kollegen in den P-Bereich zu gehen und diese nach Betriebsvereinbarungen möglichen Vereinbarungen abzuschließen? Kann ihnen überhaupt ein Kollege noch trauen, muss er nicht morgen auch damit rechnen, auf einer Kopfgeldliste am Schwarzen Brett aufzutauchen? Wer sich an uns wendet, wird von seinem Schicksal nichts am Schwarzen Brett wiederfinden. Wir wünschen jedenfalls Holger und allen, die ein Angebot, mit dem sie leben können, erhalten und angenommen haben, alles Gute. Holger, der du nun Zeit hast, deine kranke Frau zu pflegen und an deiner Maschine herum zuschrauben, viel Spaß und lass mal etwas von dir hören!




Bock zum Gärtner


Seit dem 22.02.2002 können Kollegen im Betriebsratsbüro die Unterlagen für die Briefwahl abholen. Einer der heißesten Kandidaten, Walter Buchhorn, wurde zum Wahlhelfer ernannt. Soweit so schlecht, denn es dürfte nichts Neues sein, dass bei uns die Wahlen immer unter einer besonderen Spannung stehen. Der Gipfel: die Kabinen, in die er die Briefwähler zum Wählen schickte, waren vorher mit den Kandidatenplakat der Metallfraktion präperiert. Es fehlt nur noch, dass er fertig ausgefüllte Wahlunterlagen zur Verfügung stellt. Der Wahlleiter, Herr Korb, ließ auf unseren Protest hin das Wählen im BR-Büro verbieten. Wir glauben kaum, dass sich Leute, die nur das Ziel im Auge haben, im BR eine Freistellung zu erreichen, etwas untersagen lassen. Wie sollte es auch kontrolliert werden.. Der Fall Kanzari und Unfug spricht eine eigene Sprache. Hier wird viel kaputt gemacht! Wir sind auf Demokratie angewiesen. Die Geschäftsleitung weiß schon, wem sie bei der Wahl ihre Gunst zukommen läßt. Glaubt bitte nicht, dass wenn es hart auf hart kommt, diese Kollegen für euch Partei ergreifen.






Wählerwette


Um die Wahl etwas anzuregen haben wir uns eine Wählerwette ausgedacht. Wer die Anzahl der Kandidaten rät, die von uns in den Betriebsrat gewählt werden kann etwas gewinnen. Um nicht gleich losen zu müssen, muss auch die Anzahl der Stimmen erraten werden, die zusammengezählt die Kandidaten erreichen. Beispiel: bei der letzten Wahl sind 5 Kollegen von uns in den BR gewählt worden. Die Stimmen ergaben zusammengezählt 1506.

1. bis 3. Preis ein T-Shirt mit dem www.Stimmvieh-Nein-Danke.de Bild und eine Mütze.

4. und 5.Preis ein T-Shirt mit unserem Logo und eine Mütze.

6. bis 10. Preis ein T-Shirt mit unserem Logo.

Mitmachen kann jeder Kollege aus dem Werk., natürlich nicht die Kollegen der alternative damm.

Die Wetten können bei jedem Kandidaten von uns abgegeben werden. Abgabeschluss ist der 12.März 2002.

Viel Spaß.




Name: Stammnummer:

T-Shirt Größe M L XL XXL (zutreffendes bitte ankreuzen)

Anzahl der Kandidaten die gewählt werden:

Erreichte Stimmzahl: