Deutsch Ausländische Metallerinnen und Metaller


Arbeitnehmer sind zunehmend aufmerksamer und kritischer gegenüber ihren betrieblichen Repräsentanten. Durch diplomatisches Verhalten ermöglichte die Alternative zum dritten Mal eine Personenwahl, damit die Belegschaft wieder namentlich bestimmt, wer in den Betriebsrat einzieht. Die Aufteilung nehmen - auch nach dem neuen Betriebsverfassungsgesetz - nach wie vor die dann Gewählten vor.

Neu ist diesmal, dass keine Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten stattfindet. Der Weg zur Personenwahl war auch diesmal nicht ohne Erpressungen der Metallfraktion zurückzulegen. Dieses Theater kennt ihr ja schon. Viele werden sich berechtigt fragen: Warum hat der Betriebsrat mehr mit seinen Querelen zu tun, als sich um die eigentliche Arbeit zu kümmern? Es liegt an der Zielsetzung und der Einstellung, mit der an die Fragen der Interessenvertretung herangegangen wird. So sind Kollegen der Alternative schon zweimal mit Ausschlussverfahren belastet worden. Das hatte auch immer Einfluss auf die Meinungsbildung und die Zusammensetzung der gewerkschaftlichen Gremien. Diese bestimmen die Politik der IG Metall und die der anderen Gewerkschaften. Wenn aber immer ein bedeutender Teil (das Votum von 1/3 der Belegschaft) ausgeschlossen wird, kommt es zu Fehlentwicklungen.

Diese kann man z. B. an der 35 Stundenwoche verfolgen. Der Neue Heimat Skandal brachte die damals Herrschenden in der Gewerkschaft unter Druck. So kam es, dass der Kampf um die 35 Stundenwoche möglich wurde. Schon kurze Zeit später formierten sich diese Kräfte wieder, sie hatten ja weiter ihre Ämter, und der Verteilungskampf um die Arbeitszeit wurde durch Flexibilisierung verraten. Es gab kein einheitliches Vorgehen. So kam es, dass die Unternehmer tausende von Arbeitszeitmodellen entwickelten. Da es keinen gemeinsamen Nenner gab, konnte es auch nicht zu einheitlichen Abwehrmaßnahmen kommen. Im kleinen findet das im Betrieb auch statt. Seilschaften verhindern immer wieder, dass es zu einheitlichen Vorgehen kommt. Das Thema Arbeitszeit muss dringen wieder in rechtliche Bahnen gelenkt werden. Dies gelingt aber nur, wenn die Belegschaft und der Betriebsrat an einem Strang ziehen.

Ähnliches ist zu verfolgen an den Verteilungs- und Verteidigungskämpfen der letzten Jahre, wie der Kampf um das Streikrecht, der Lohnfortzahlung, der Rentenversicherung und der Standortfrage, um nur wenige zu nennen in der Auseinandersetzung, die wir nicht für uns entscheiden konnten. Das spielt sich aber auch im Kleinen in unserem Werk wieder! Auf der einen Seite die, die Posten und Einfluss besetzen, auf der anderen die alternative damm, die diese Auseinandersetzung führen wollen. Diese Debatte muss sachlich werden. Dies versuchten wir in den letzten 4 Jahren, mit durchwachsenen Erfolg.

Deshalb stellten wir den Antrag auf eine gemeinsame Absicherungsliste nach eurem Votum der letzten Wahl. Deshalb gaben wir diesmal wieder den Erpressungen der Metallfraktion nach, damit Ihr Euch mehr und intensiver einmischen könnt. Deshalb ist die Personenwahl so wichtig. Deshalb, der Klügere gab nach um Euch zu beteiligen. Wer seine demokratischen Grundrechte und somit erheblichen Einfluß auf die praktische Tätigkeit des Betriebsrates nützen und schützen will, wählt am 13. März 2002 Kandidaten der Alternative.


Gewinnbeteiligung von 1350 €


Wir hatten in den letzten Ausgaben zur Gewinnbeteiligung Stellung bezogen. Nach unseren Informationen wäre eine Gewinnbeteiligung um die 1500 DM oder ca.750 € realistisch. Nach Bekanntgabe des Operatingprofits von 1,3 Mrd. € bewahrheiteten sich unsere Vermutungen: Rechnet man zu den 1,3 Mrd. € den Verlust von Chrysler großzügig geschätzt von ca. 1,5 Mrd. € hinzu kommt man nach der BV zur Gewinnbeteiligung auf ca. 850 €. Wofür gibt das Unternehmen uns 500 € mehr? Unsere Frage: was ist dafür verkauft worden? Wieder eine Anrechnung auf die Tariferhöhung? Wir werden es wohl erst nach den BR-Wahlen erfahren.

Übrigens handelt es sich bei der Gewinnbeteiligung um Lohnbestandteile, die uns in den letzten Jahren geklaut wurden! Ein Erfolg wäre es, dies rückgängig zu machen!



Angst?


Es gibt Ängste, die im Leben eine positive Rolle spielen, die uns sogar zu überleben helfen. Zum Beispiel Angst vor wirklichen Gefahren.

Andere Ängste haben jedoch nur negative Auswirkungen für uns; jemand, der Angst vor Versagen hat und sich nichts zutraut, steht jeder Aufgabe wie gelähmt gegenüber. Mit Angst kann man auch gefügig gemacht und unterdrückt werden.

Ein variabler "Angstmacher" ist die "Standortsicherung" und eben wandelbar, hörte die Belegschaft auf der letzten Betriebsversammlung am 12. 12. 2001 von "den getriebenen im globalen Wettbewerb". Die bewährte Form von falsch verstandener Motivation, "Antreiben mittels Angst".

Und was unternehmen die Betriebsräte der Metallfraktion ?

Die Beantwortung zu Fragen hinter verschlossenen Türen führe ich nicht an, da diese mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Öffentlichkeit dementiert werden.
Damit sind wir aber bei einer ganz allgemeinen Charakterfrage angelangt. Beim Betriebsrat verhält es sich wie bei den Chefs.
Führungskräfte gibt es jede Menge, jedoch an Führungspersönlichkeiten mangelt es.

Wir wissen alle, das sich Meinungen aus verschiedenen Blickwinkeln und "Standorten" ergeben. Mein Schreiben ist das Recht der freien Meinungsäußerung.
Als manipulierend betrachte ich die Wahltaktik der Hände schüttelnden Personen, die kurz vor den Betriebsratswahlen ein frohes neues Jahr wünschen, davor jedoch Monate und Jahre die Belegschaft mangelhaft oder gar nicht informieren. Nach einem fördernden Agieren im Sinne aller Mitarbeiter sucht man vergebens.
Sollen jene am Wahltag ein Kreuzchen hinter ihrem Namen erhalten ?

Die vorherrschende Meinung "Die da oben tun ja sowieso, was sie wollen" entspringt einer Unentschlossenheit und dem Mangel an Mut.
Definierst Du Mut als Überwindung der Angst, dann melde Dich mit Deiner Wahlentscheidung am 13. März 2002 wirkungsvoll zu Wort.

Wem die Selbsterkenntnis fehlt, ist mentaler Sklave, der dieses System bestärkt.
Bremser, Hierachieverliebte und andere Konservative erwarten das "Schweigen der Lämmer", um weiterhin nach ihrem Belieben schalten und walten zu können.


Unterstützt die Geschäftsleitung den Wahlkampf der Metallfraktion?


Da wir für unsere Absicherungsliste Unterschriften sammeln mussten hatten wir uns mit der Metallfraktion auf Bereiche geeinigt. Wir gingen in die Halle 14 um unsere Unterschriften zu sammeln. Doch wem wunderts, im Bereich von Hans Rückert (Weiß er nichts mit Demokratie anzufangen?) bekamen wir Probleme. Einige jüngere Kollegen wollten noch nicht einmal mit uns sprechen, da benannter Meister sie am 7.2. mit dem Betriebsrat über die BR-Wahl informieren will, vorher sollten sie nichts unternehmen. So die Aussage der Kollegen. Ein Blick an die Infotafel bestätigte ihre Aussage. Ein Witz, denn am 6.2 mussten die Listen eingereicht sein. Dies brachten wir am nächsten Morgen im BR-Büro zur Sprache. Zu unseren Erstaunen sahen es die Kollegen als normal an, das sie allein mit dem Meister so eine Veranstaltung machen. Unser Einwand, dass alle die zur Wahl stehen das gleiche Recht haben müssen und es deshalb eine Angelegenheit des Wahlvorstandes sei, verhallte. Wir teilten dies den Wahlvorstand Herrn Korb mit. Der regelte dies auch und teilte uns mit, dass diese Veranstaltung abgesagt ist. Leider hatte er die Rechnung ohne Herrn Unfug und Herrn Kanzari gemacht, die am Donnerstag, den 7.2. die BR-Sitzung verließen, um diese vom Wahlvorstand abgesagte Veranstaltung, die von der Firma bezahlt wurde, doch durchzuführen. Also, da wir Personenwahl haben, haben alle Kandidaten das Recht, im bezahlten Rahmen Wahlveranstaltungen durchzuführen. Sollte das nicht der Fall sein, liegt ein Verstoß des Gleichheitsprinzips bei Wahlen vor und die Wahl könnte dann ungültig sein und müsste wiederholt werden. Das will die Werkleitung bestimmt nicht.

Unwillkürlich schleichen sich Vergleiche zur CTS ein. Dort war unser Werkleiter ja vorher. Dort nahm die Geschäftsleitung auch immer mehr Einfluss auf den Betriebsrat, bis der BR-Vorsitzende, der ihnen nicht in den Kram passte, abgewählt wurde!


Wo bleiben wir?


Diese Frage stellen sich viele Kollegen, die auf Grund einer Behinderung, Krankheit oder Alter nicht mehr uneingeschränkt eingesetzt werden können bzw. nicht mehr uneingeschränkt leistungsfähig sind.

Während die älteren Kollegen durch Altersteilzeit und Vorruhestandsregelung hinausgedrängt werden, ist für die, die noch einige Jahre mehr zur Rente haben, das Problem wesentlich größer!

Sie müssen damit fertig werden, dass sie nicht mehr so fit sind wie einst, nicht mehr allen Belastungen gewachsen und müssen mit einer neuer Lebenssituation fertig werden. Die Vorgesetzten, die gehetzt von ihren Zielvereinbarungen die Mehrzeiten abbauen, haben selten den Mut, sich mit diesen Kollegen auseinander zu setzen. Die Kollegen in der Gruppenarbeit denken häufig schon genauso ”erfolgsorientiert”.

Vorsicht Kollegen, jeder heute noch so Gesunde kann von heute auf morgen in so eine Situation geraten. Wir müssen deshalb sehen, hier aktiv für die Kollegen bessere Voraussetzungen zu schaffen. Den betroffenen Kollegen muss geholfen werden, dass sie mit auch der für sie neuen Situation fertig werden. Dazu brauchen sie Hilfe. Es darf nicht sein, dass wir aus Leistungszwang auch noch diese Kollegen beiseite schieben. Die Firma muss mit dem Betriebsrat Wege finden, dass diese Kollegen in unsere Arbeit eingegliedert werden. Es darf nicht aus Kostengründen geschehen, dass ein Kollege abgeschoben wird. Leider tut sich im Personalbereich und auch im Betriebsrat herzlich wenig. Aber nach wie vor ist ein System (hier: Arbeitssystem) nur so gut, wie es mit den schwächsten umgeht. Gemessen daran müssten wir uns schämen!


80% ist ein Hohn, gleiche Arbeit - gleicher Lohn!


Es ist nicht zu fassen das die Einstelllöhne noch immer nicht vom Tisch sind. So wie die Überschrift suggeriert müsste die Gewerkschaft gegen diesen Missstand vorgehen. Es ist immerhin ein gewerkschaftlicher Grundgedanke, der hier nicht nur verteidigt sondern zurück erkämpft werden muss. Wenn man beim Fußballspiel einen Ball verloren hat, versucht man ihn schließlich auch zurück zu holen, um das Spiel doch noch zu gewinnen. Es wird Zeit das wir uns den Ball zurückholen. Ehrlich - es macht mehr Spaß zu gewinnen!


Tarifrunde


Vollmundig ertönt es aus den Chefetagen der Gewerkschaft, jetzt müssen dicke Lohnerhöhungen her! Aber woher? Die Unternehmer sehen sich außer Stande uns auch nur einen Pfennig mehr zu zahlen. Sie verkünden, wie vor jeder Tarifrunde, nur langfristige Nullrunden können jetzt noch die Wirtschaft retten. Auf unsere Gewerkschaftsbosse ist Verlass, schon hört man, dass sie sich mit den Unternehmervertretern zwecks Tarifrunde getroffen haben. Dies ist natürlich nicht wahr, so dementieren sie. Die Vergangenheit lehrt uns, dass oft schon bei den ersten Warnstreiks die Rede von einem Kompromiss war, der weit unter der Forderung lag, für die wir ins Feld ziehen wollten..

Die 6,5 % Forderung und der darauf anrechenbare Einstieg in ERA setzt die Messlatte hoch, aber nicht so hoch wie sie eigentlich sein müsste. Die Argumente der Unternehmer sind eher vergleichbar einer Schallplatte mit einem Sprung in der Schüssel. Aber bei der bevorstehenden Tarifrunde wird es Zeit, über zwei Dinge zu diskutieren.

Der eine Punkt, wer soviel über soziale Gerechtigkeit redet, sollte endlich die ungerechte Prozentforderung ad acta legen. Es kann nicht sein, dass für jemanden der doppelt so viel verdient, die Lohnerhöhung doppelt so hoch ausfällt. Die Butter wird für alle gleich teuer. Auch bei der Kaufkraft ist eher damit zu rechnen, dass sie durch die Steigerung in den unteren Lohnbereichen stärker angekurbelt wird. Das selbe tritt auch bei den Sozialversicherungen auf.. Deshalb ist es jetzt erforderlich, die Prozentforderung in eine Festgeldforderung umzuwandeln. Oder nimmt man das Reden von sozialer Gerechtigkeit gar nicht ernst?

Der zweite Punkt, der uns bewegt ist, dass wir seit Jahren Rituale zu den Tarifverhandlungen durchführen, die keinem mehr etwas bringen. Es ist an der Zeit, nicht mehr auf Kosten der Beitragszahler den Unternehmern die Streikbereitschaft zu demonstrieren. Wir glauben es wird Zeit, das man handelt wenn es nötig ist, und dann auch die Urabstimmung für den Streik vollzieht. Der Streikparagraph hätte schon längst geändert sein können.. Die Gewerkschaft hat sehr viel Geld in den Wahlkampf gesteckt, die an die Macht gebrachte Partei steht im Wort das Streikrecht wieder herzustellen, oder ist auch hier nur Klüngelei am Werk? Wenn man diese Herren im Bündnis für Arbeit zusammensitzen sieht, kommt es einem jedenfalls so vor.

Info: Der Vertrauenskörper der IGM in unseren Werk beschloss eine Forderung von 6% mindestens aber 150 €.


Fragen zur BR-Wahl


Immer wieder tauchen Fragen zur Wahl auf, wir wollen hier auf einige Fragen Antworten geben.


Darf ich auch wählen wen ich nicht in der Gewerkschaft bin?

Natürlich, denn zum Betrieb gehören alle Beschäftigten und nicht nur Gewerkschaftsmitglieder. Es wäre natürlich besser, wenn wir alle organisiert wären, das wäre vorteilhaft bei den Verteilungskämpfen (sofern sie denn geführt werden).


Was ist eine Listenwahl?

Wenn mindestens zwei verschiedene Gruppen/Parteien/Gewerkschaften ihre Kandidaten abgeben kommt es zu einer Listenwahl. Dann kann von Euch nur eine Liste gewählt werden, auf die Reihenfolge der Kandidaten die auf der Liste stehen habt Ihr keinen Einfluss. Der Vorteil ist, es geht mehr um Inhalte bei der Wahl, die Personen rücken etwas in den Hintergrund.


Was ist eine Personenwahl?

Zur Personenwahl kommt es, wenn nur eine Liste zur Wahl eingereicht wird. Der Vorteil, ihr habt direkten Einfluss darauf wer in den Betriebsrat gewählt wird. Der Nachteil, der Betriebsrat bestimmt mit den dann Gewählten, wer im Gremium welche Funktionen ausführt. Deshalb ist eine Personenwahl sehr anspruchsvoll!

Ihr müsst nicht nur die Person wählen die Ihr haben wollt, sondern Ihr müsst auch sehen ob sie dann auch für Eure Interessenvertretung die Funktion einnehmen kann. Mit anderen Worten müsst Ihr diese Person auch durch entsprechende Leute stützen.


Unsere Kandidaten

Hier stellen wir unsere Kandidaten und deren Platzierung auf der Offenen Belegschaftsliste vor:

4

Wittkowski

Ulf

11

Schmidt

Mainhard

13

Kaiser

Rita

17

Griese

Jan-Uwe

19

Klingel

Jörg

30

Apel

Wolfgang

33

Kurt

Numan

37

Yalcinkaya

Ahmet

43

Rodic

Slavko

48

Schneider

Arndt

51

Pollak

Rudolf