Deutsch Ausländische Metallerinnen und Metaller


Führungswechsel


Ab Januar 2002 hat das Werk 68 eine neue Werksführung. Prof. Dr. Bobbert verlässt das Werk. Er kann sich freuen, für das Werk Hamburg ist eine in der Größenordnung noch nicht dagewesene Erweiterung auf den Weg gebracht worden. Wie wird sein Nachfolger Dr. Böhm damit umgehen? Sein Führungsstil in der Geschäftsleitung von CTS lässt Böses ahnen! Es finden keine Gespräche mit den Betriebsrat statt, aber auch nicht mit den Kollegen. Das ist bei Prof. Dr. Bobbert bisher ganz anders gewesen. Er besprach fast alles mit den Betriebsräten. Dies hat natürlich auch dazu geführt, dass vieles vom Betriebsrat mit getragen und mit verantwortet worden ist. Dies ist nicht immer nur gut für die Kollegen gewesen. Oft passte sich der Betriebsrat zu stark an. Dennoch hatte die offene Atmosphäre auch viele Vorteile, besonders für das Betriebsklima. Jetzt wird es wohl anders werden. Aber etwas wichtigeres ändert sich. Die letzten Jahre waren fett. Die Gewinne hatten gigantische Ausmaße erreicht. Sieht man sich um, was die Gewerkschaft und die Interessenvertretung in diesen fetten Jahren erreicht haben, ist es ganz einfach zu mager. Nun macht die Konjunktur erst einmal einen kräftigen Abschwung! Da wird es nicht nur ausreichen, das Werk zu vergrößern. Die Beschäftigung muss gesichert werden. Wir werden es wohl bald wieder mit Standortvereinbarungen zu tun bekommen. Da wäre es schön gewesen, wenn dies auch von der IG Metall verstanden worden wäre und zu mehr Geschlossenheit geführt hätte. (Mehr dazu in dieser Zeitung).

Neben einer neuen Werkleitung bekommen wir eine neue Personalchefin, Frau Fülling. Sie wird Herrn Schwehn ablösen, der noch bis zum 28.2.2002 im Werk sein wird. Frau Fülling war bei Adtranz tätig. Die Situation bei Adtranz dürfte bekannt sein, sie ist an Bombardier verkauft. Für die Instandhaltung ist interessant, dass sie auch bei Elekluft tätig war, ein Dienstleister in diesem Bereich. Wir dürfen sicher gespannt sein, was da auf uns zukommt, denn das Jahr 2002 wird uns mit Sicherheit einige schwere Situationen bescheren. Denkt daran: auch Betriebsratswahlen stehen im März 2002 an.

Dieser Führungswechsel wird auch das Spektakel auf der Betriebsversammlung am 12.Dezember, um 13.30 Uhr, in der Halle 12 sein. Prof. Dr. Bobbert wird seinen letzten Rechenschaftsbericht geben. Das Vorstandsmitglied Petri wird sprechen und der neue Werkleiter Dr. Böhm wird sich vorstellen.


Neues aus der CTS


Wir berichteten, dass der Betriebsratsvorsitzende abgewählt werden sollte. Dieser Antrag ist bis heute nicht im Betriebsrat der CTS gestellt worden, dank der Öffentlichkeitsarbeit des Kollegen Fred Rossow! Den zerrt jetzt die Geschäftsleitung vor das Arbeitsgericht. Sein Fehler, er war in diesem freien Land so dumm und hat seinen Namen auf das Flugblatt gesetzt. Wir hoffen, dass jetzt die Kollegen der CTS, die Interessenvertretungen der IG Metall am Standort und auch die beiden BR-Gremien den Kollegen nicht im Regen stehen lassen.



Gewinnbeteiligung


Es gab viele Diskussionen um die Gewinnbeteiligung. Wir dachten, es wäre gut, wenn Ihr selber nachvollziehen könnt, bei welchem Operating profit es wieviel Prämie gibt. Das offizielle Konzernergebnis ist erst dem Geschäftsbericht, der im nächsten Jahr erscheint, zu entnehmen.



Ab 1,9 Mrd. DM (0,97 Mrd. €) gibt es 270.- DM (138,05 €)

Ab 3,6 Mrd. DM (1,84 Mrd. €) gibt es 500.- DM (255,65 €)

Pro 100 Mill. DM (51,13 Mill. €) über diesen Betrag gibt es 62.- DM (32 €)



35 Stundenwoche verraten


Als wir für die 35 Stundenwoche angetreten sind, waren 3 Ziele wichtig.

  1. Die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen.

  2. Kürzere tägliche Arbeitszeit, zum Schutz der Gesundheit wegen der Arbeitsverdichtung.

  3. Voller Lohnausgleich, weil die Produktivität gestiegen ist.

In der Gewerkschaft hieß es zu der Zeit, es dürfe nicht zu flexiblen Arbeitszeiten kommen, dadurch würde der Effekt der Arbeitszeitverkürzung vertan. Heute haben wir flexible Arbeitszeiten. Die Arbeitslosenzahlen schießen schlimmer als zuvor in die Höhe. Dennoch setzen die Gewerkschaft und ihre Vertretungen weiter auf Flexibilisierung. So sind die Gleitzeitspannen deutlich erhöht worden, mit dem Erfolg, dass die Arbeitszeit immer mehr dann abgerufen wird, wenn sie gebraucht wird. Das langte jedoch nicht aus. Es geht nicht nur darum, die eine oder andere Mehrarbeitsstunde zu sparen, es geht darum, nur dann zu produzieren, wenn der Absatz gesichert ist. In vielen Werken wird jetzt zum Beispiel Betriebsruhe verordnet. Das passende Instrument dazu sind Langzeitkonten. Mit ihnen kann man nicht nur Mehrarbeit mit den Mitarbeitern vereinbaren, natürlich ohne Überstunden-Prozente, nein, man kann sogar Produktionspausen nehmen. Während der GBR vorgibt, mit Langzeitkonten sonst verlorene Stunden aufzufangen, wird bei der Durchsicht der Vereinbarung deutlich, dass diese gar nicht darauf ausgelegt ist. Es wäre doch dann vielmehr anzustreben, diese Stunden den Kollegen, die ihren Rücken krumm gearbeitet haben, zukommen zu lassen, so dass sie früher aus dem Berufsleben ausscheiden können. Das würde auch benötigte Arbeitsplätze frei machen. So haben wir nur eine höhere Kapazitätsorientierung für die Firma geschaffen, die leidige Frage, wer bestimmt über die Arbeitszeit ist nun auch endlich aus der Hand gegeben. Man könnte meinen, ansonsten hätten wir keine Arbeitszeitprobleme. Ade 35 Stundenwoche, war eine gute IDEE!






Neuer Werksausweis - bargeldlose Bezahlung


Der Betriebsrat (BR) hat vor zwei Monaten einstimmig eine Betriebsvereinbarung (BV) über die neue bargeldlose Bezahlung mit dem neuen Werksausweis beschlossen. Die Vereinbarungen sieht zwei Möglichkeiten der Bezahlung vor: Es kann entweder mit einem aufladbaren Chip bezahlt oder vom Lohnkonto abgebucht werden. Streitpunkt mit der Werkleitung (WL) war, dass der Betriebsrat erst die Kollegen befragen wollte, bevor eine Freischaltung für die Lohnabbuchung erfolgen sollte. Folgende Gründe wurden angeführt:

  1. Bevor auf ein Konto zugegriffen wird, muss der Besitzer des Kontos sein Einverständnis erklären. Dies ist ein Grundsatz, der nicht angetastet werden darf.

  2. Das Risiko, wenn der Ausweis verloren geht. Die Firma haftet für entstehenden Schaden nicht.

  3. Es gilt Leute zu schützen, die leicht die Übersicht über ihre Ausgaben verlieren. Ist das Konto jedoch offen, ist man einer ständigen Versuchung ausgeliefert.

  4. Wenn alle über Lohnabbuchung einkaufen, entfällt die Betreibung der Aufwertgeräte und natürlich auch die Arbeit.

In einem BV-Entwurf vom Anfang des Jahres sah die andere Seite diesen Grundsatz selbst noch vor. Jetzt erklärte sie dem BR, dass dies unsinnig ist, denn die Kollegen seien doch mündig. Sie könnten ja jederzeit entscheiden, wie sie bezahlen wollen, wenn die Lohnabbuchung freigeschaltet ist. Die Firma lehnt jedoch jede Haftung für mögliche entstehende Schäden ab. Hier könnte man meinen, dass die andere Seite den Kollegen nicht traut und sie für Betrüger hält. Dies lässt aber wohl eher auf ihren eigenen Charakter schließen. Diesem Spiel setzten sie die Krone auf, als sie damit drohten, die Ausweise nicht mehr rechtzeitig ausgeben zu können, wenn der BR nicht seine Meinung ändert. Außerdem wollten sie die Verpflegung im Januar einstellen, was aber gar nicht möglich ist, da der Betriebsrat in dieser Frage ein Mitbestimmungsrecht hat.

Nun kam, was kommen musste, man lässt sich schließlich nicht vorwerfen, dass man etwas Unsinniges macht, also stimmte man im BR neu ab. Siehe da, nur noch die alternative DAMM und ein Querulant stimmten dagegen. Dies ist eine Geschichte einer klaren Haltung, die immer mal wieder flexibel geändert werden kann! Wenn es dann die Werkleitung will.

Wer meint, dass die Verpflegung in der ersten Januar-Woche nun stattfindet, hat sich leider auch getäuscht, denn da sind die Kantinen und SB-Läden wegen der Umstellung auf das neue System geschlossen. Dies beschloss übrigens auch der BR bei der Arbeitszeit zum Jahreswechsel. Aber es werden wohl nicht allzu viele im Werk sein, denn an eine Ersatzverpflegung ist nicht gedacht.

Die Lohnabbuchung wird auch erst Ende des 1. Quartals stattfinden können, da das System vorher nicht eingerichtet ist.

Wer die Lohnabbuchung für sich nicht freischalten lassen will, sollte vielleicht einmal den P-Bereich anschreiben.


17.November


Am 17.November beschloss der Vertrauenskörper der IG Metall bei DaimlerChrysler im Werk Hamburg, nach der alternativen Damm, nun auch eine offene Belegschaftsliste für die Betriebsratswahlen 2002 anzustreben. Die Verzahnung der Listen der Angestellten und der Gewerblichen wird nach d’Hondt vorgenommen. Unten stehenden weiterführenden Antrag lehnte der Vertrauenskörper jedoch ab, und wählte im Einzelplatz-Wahlverfahren seine eigene Absicherungsliste. Dieses Wahlverfahren sichert seit 26 Jahren eine Spaltung der Meinungen im Werk. 50,1% der Stimmen langen, um jede Minderheit wegzufegen.


Antrag zur Aufstellung der IG Metallliste zu den Betriebsratswahlen:2002


Wir die Kolleginnen und Kollegen der "Alternativen DAMM"-Liste stellen als Mitglieder der IG Metall den Antrag:

Der Vertrauenskörper der IG Metall bei DaimlerChrysler im Werk Hamburg möge beschließen, dass es zu den Betriebsratswahlen 2002, wie schon zu den letzten beiden Betriebsratswahlen, eine offene Belegschaftsliste geben soll. Im Unterschied zu den letzten beiden Wahlen wird es aber nur eine Absicherungsliste geben.

Der Vertrauenskörper der IG Metall bei DaimlerChrysler im Werk Hamburg beschließt weiter, dass die Reihenfolge, die die Belegschaft bei den letzten Betriebsratswahlen mit ihren Stimmen festgelegt hat, auch die Absicherungsliste der IG Metall ist. Die beiden Listen der Arbeiter und Angestellten werden nach d'Hondt zusammengefügt, da das neue Betriebsverfassungsgesetz keine Unterscheidung bei den Gruppen mehr macht. In die Absicherungsliste können nur IG Me­tallmitglieder aufgenommen werden.


Begründung:


Und sie brauchen uns doch!!!


Wie beschrieben, haben wir, die alternative DAMM am 17.11.2001, den Antrag auf eine gemeinsame Absicherungsliste zur BR-Wahl gestellt. Dieser Versuch einer Einigung wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Der Grund ist klar. Man braucht uns! Was wäre der BR doch für ein hoffnungsloser Verein, wenn dort nicht die Alternativen wären. An wem sollte man sich reiben, wenn es keine Gegenargumente mehr geben würde? Wer würde dann noch ein Veto einlegen, wenn der Schmusekurs der BR-Mehrheit über alle Stränge schlägt. Wer würde daran erinnern, dass Betriebsvereinbarungen auch von der Geschäftsleitung einzuhalten sind. Wer würde ständig Druck machen, dass die gewerkschaftlichen Ziele nicht ganz aus den Augen verloren gehen? Und wer sollte die Kollegen informieren über die lausige Machtpolitik, die betrieben wird?

Nein, so einfach kann man sich doch keine Vereinigung machen. Ein Teil unseres BR‘s braucht doch ein Feindbild. Also gönnen wir den Kollegen die Freude und sorgen weiter für abwechslungsreiche Sitzungen und kräftige Auseinandersetzungen. Denn wir wollen ja nicht, dass unsere absoluten IGM-Vertreter und Betriebsräte in Tränen ausbrechen, wenn die Alternativen Kollegen nicht mehr zu hören wären. Wie heißt es doch so schön, an ihren Taten sollst du sie messen.




Die Erpressung - oder der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht


Erpressung ist ein Verbrechen, dem man nicht nachgeben sollte. Erpresser belassen es selten bei einer Forderung, wenn sie erst einmal ein Pfand haben. Im Arbeitsleben ist das anders. Der Konzern will unsere Löhne nach unten korrigieren und lässt sich immer neue Gründe einfallen, um das zu erreichen. Der Anfang wurde mit der Rastatt-Vereinbarung gemacht. Fortgesetzt wurde es dann mit der Standortdebatte. Danach entdeckte man den Eifer des GBR, der bei der Gewinnbeteiligung besonders gut dastehen wollte. Es gab eine Erhöhung der Aufstockungsbeträge von 35.- DM auf 62.-.- DM, zwar wurde auch der Mindestbetrag heraufgesetzt, bevor es den Grundbetrag von 270.- DM (500.- DM) gab, bezahlt wurde aber zusätzlich mit einer Anrechnung des Faktors 0,9x bis 2002 auf die Tariferhöhungen. Jetzt wird im Werk Rastatt eine neue Runde gestartet. Erst wurde der Vaneo nach Berlin vergeben, die unter anderen den Samstag als Regelarbeitstag anboten, jetzt soll die Fertigungstiefe verringert werden. Das trifft das Werk im Augenblick besonders hart, da auch gerade ein Einbruch bei den Programmzahlen stattfindet. So ist das Cockpit schon fremd vergeben. Jetzt will man es wieder zurückholen. Bezahlt werden soll mit den Erholzeiten . Es scheint eiskalte Berechnung zu sein, und es muss eine große kriminelle Energie dahinter stehen, wenn man abhängig Beschäftigte so skrupellos erpresst. Es kommt bestimmt auch noch eine neue Anrechnungsformel für die Tariferhöhungen. Die momentane läuft ja nächstes Jahr aus. Wenn wir uns nicht besinnen, dass wir organisiert diesen Erpressungen gegenübertreten, wird der Krug wohl noch lange zum Brunnen gehen.






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IG Metall gefährdet offene Belegschaftsliste

Bei den Verhandlung zur Zusammenführung der Listen kam es am Freitag den 30.11.2001, zu Schwierigkeiten. Die IG Metall bot uns, der alternative DAMM, eine verzahnte Liste mit den Angestellten-Vertretern an, die nicht nach d’Hondt ausgezählt war. So etwas können wir nur als Mauschelei bezeichnen. Am 17. November hatte der Vertrauenskörper der IG Metall noch beschlossen, dass die Liste der Gewerblichen mit der der Angestellten nach d’Hondt verzahnt wird. Man bot uns an, wenn wir nicht einverstanden wären, sollten wir doch unsere eigene Liste einreichen. So geht das nicht! Ein objektives Verfahren muss schon angewendet werden. Wir fragen uns, warum sind diese Kollegen nicht halb so konsequent, wenn es um die Interessenvertretung geht? Weder innerbetrieblich (Langzeitkonten, bargeldlose Zahlung) noch beim Kampf um unsere sozialen Absicherung (Rente) wurde so ein Elan an den Tag gelegt wie bei der Ergatterung guter Listenplätze!

Erklärung: d’Hondt, auch Höchstzahlverfahren genannt, ist ein Verfahren, das bei der Verteilung von Sitzen angewendet wird. Es ist etwas genauer, als wenn man die Einteilung nach Prozenten vornimmt. Das Verfahren ermöglicht es, auch eine Reihenfolge abzuleiten.




In eigener Sache

Um nicht ständig in Konkurrenz mit den Taschenkalendern der IG Metall zu treten, haben wir dieses Jahr lieber ein kleines Weihnachtspräsent für Euch besorgt. Die großen Kalender gibt es aber weiter.

Wir wünschen Euch und Euren Familien ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das nächste Jahr.

Eure Alternative