Deutsch Ausländische Metallerinnen und Metaller





Chrysler in der Krise,

Schrempp mal wieder im"Fettnäpfchen"














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Gleich in zweierlei Hinsicht hat “unser” Boß Schrempp gepatzt. Lauthals verkündete er, der Konzern würde nach dem Shareholdervalue-Prinzip geführt. Die Aktie ist seit der Fusion um fast 50% gefallen. Dies spricht schon für sich. Andererseits versprach er, wir würden ein globales Auto­unternehmen. Jetzt stellen sich viele die Frage: hat sich der Konzern übernommen?

Ohne Lehren aus dem Kauf von Fokker wurde eingekauft. Auch das Beispiel von BMW/Roover machte natürlich auf die Entscheidung des sich allmächtig fühlenden Konzern­chefs keinen Eindruck. Statt dessen verkündete er nach jedem Einkauf, dass die Gewinnerwartungen steigen. Ann­alisten zeigen aber auf, dass Fusionen erst einmal eine Menge Geld kosten. So wurden Zusammengehenskosten von Renault / Nissan mit 7,4 Mrd. ausgewiesen. Bei Daimler bringt aber alles angeblich sofort Geld. Diese überzo­gene Ge­winn­erwart­ung schlägt sich im Niedergang der Aktie brutal nieder. Bei den Fusionen mit Mitsubishi, Hyundai und Chrysler hätte man getrost mit ca. 30 Mrd. Euro Belastung kalkulieren können.

Doch damit nicht genug! In seiner einzigartigen Art gab er den amerikanischen Partnern zu wissen, dass er immer von einer Übernahme von Chrysler ausgegangen ist. Jetzt wird der Konzern deswegen auch noch von einem amerikanischen Groß­aktionär auf 20 Mrd. DM verklagt. Es ist schon toll, wie man seine Partner brüskiert. Aber noch toller ist die Haltung des Mitbesitzers dieses Konzerns, der sich ja im Prinzip selber verklagt. Sollte es zu Zahlungen an diesen Typen kommen, wäre das wieder auf Kosten der Beschäftig­ten. Außerdem sollte er von uns verklagt werden, wegen geschäftsschädigenden Verhaltens. Von einen Schrempp, dessen wichtigstes Ziel wohl sein Traumgehalt war, sollten wir uns schleunigst trennen.

Übrigens: Für unsere Gewinnbeteiligung spielt das Ergebnis bei Chrysler keine Rolle. Die Gewinnbeteiligung bei uns ist abhängig vom Ergebnis bei den Mercedes Fahrzeugen.


Halle14, die größte Spardose von Werk 68


























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Hatten wir schon mit der rechtzeitigen Beschaffung der Lenkspindelllinie und der Fels Hämmermaschine jede Menge Probleme, die wir nur durch zeitweilige Fremd­ver­gabe zu höheren Preisen und durch viele Überstunden in den Griff bekommen konnten, so ist das alles nichts gegen die zwei Anlagen der Fa.Wenzler, die im Frühjahr (1/2 Jahr später als geplant) zur Fertigung der Mantelrohre und Konsolen angeschafft wurden.

Durch ständig auftretende Störungen und Reparaturen an den neuen Maschinen entstanden nicht nur jede Menge Kosten, sondern es mussten Überstunden rund um die Uhr und am Wochenende gefahren werden.. Das führte dazu, dass einige Kollegen gleich mehrere Wochen hintereinander ohne freies Wochenende gearbeitet haben. Dazu mussten auch die Kol­le­gen aus der Instandhaltung rund um die Uhr präsent sein. So kam es, dass einige Kollegen von 6.00 bis 23.00 Uhr gear­beitet haben. Solche Arbeitszeiten sind nicht nur ein Skandal, sondern sie verstoßen auch gegen das Arbeits­zeit­gesetz. Aber das ist natürlich alles OK. Wenn aber ein Kollege mal einen Fehler macht, dann ist gleich großes Geschrei mit Versetzung und Personalgesprächen und in manchen Fällen auch Kündigungen. Wie ist es mit der Leis­tung der Vorgesetzten? Wir sehen sie in der Regel pünktlich das Werk verlassen und Urlaub nehmen. Der Zu­ständige E4-Leiter schafft es nicht einmal, dafür zu sorgen, dass vom P-Bereich und den Meistern eine Arbeits­platz­beschreibung erstellt wird, damit die Kollegen wissen, für welchen Lohn sie sich den “Arm” ausreißen. Es war schon immer leichter Sprüche zu klopfen, als selbst was zu bringen.

Zum Ende des Jahres stellten wir fest, dass ein großer Teil der Fertigung auf Zeit nach außerhalb vergeben werden musste, zu einem Preis, der alle Rekorde schlägt. Bei uns wurde der Preis für ein Mantelrohr mit ca. 4.-DM berechnet, bei einem Fremdanbieter zahlen wir pro Mantelrohr aber 60.-DM! So kommen wir auf 300 000.- DM monatlich an Mehrkosten. Geld spielt in diesem Hause keine Rolle.

Der Betriebsrat wurde ständig vom Center-BR über alle Pro­bleme im Center L informiert. Bis jetzt hat es aber leider noch keine Reaktion gegeben. So wird es wohl lustig weitergehen. Wir warten auf den Tag, an dem man uns sagt, ihr seid zu teuer oder nicht liefertreu und “wir” geben die Teile nach draußen, und weg sind die Arbeitsplätze. Wir hoffen, dass die Verantwortlichen dann gleich mit verlagert werden!


Lohnabsicherung































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Durch ständige Rationalisierung (MPS, KVP), Einsparungen (SGP III) und Verlagerung von Maschinenarbeit auf Montagearbeit verlieren immer mehr Kollegen ihre höheren Arbeits­werte. Oft haben sie die AW schon lange Jahre gehabt und ihre Leistung dafür gebracht. Wenn die Kollegen ohne ihr Verschulden auf einen Arbeitsplatz mit weniger AW versetzt werden, beginnt eine 36 monatige Lohnabsicherung. Danach wird der Lohn stufenweise auf die neue Eingrup­pier­ung herabgesetzt. In der heutigen Zeit ist es nicht ganz einfach mit weniger Geld auszukommen. Auch die Be­triebs­rente wird nach einer Schamfrist auf den dann niedrigeren Stand gebracht.

Der Betriebsrat will jetzt auch hier eine Verbesserung erreichen. In einigen größeren Werken ist dies schon gelun­gen. Es soll eine “Spiegelregelung” erreicht werden, die jedem Kollegen so viele Jahre den Lohn sichert, wie er in der Firma tätig ist. Dies ist unserer Meinung auch das mindeste, was Kollegen an Absicherung haben müssen, wenn sie sich ständig in einem Verbesserungsprozess einbringen sollen. Die Werkleitung bei uns sieht eine flexible-Beschäftigung von 10 % als unabdingbar an. Der Vorstand will aber eine Flexibilisierung von 25 % von uns haben. Hier wird es zu Verhandlungen kommen, die der Be­triebs­rat nutzen will, die “Spiegelregelung” zu erreichen.

Aber wie immer kommt man hier in Konflikte. Wieviel Befristungen können wir uns leisten, um unsere Löhne nicht noch weiter zu gefährden? Wir können mit Sicherheit nicht hin­nehm­en, dass Dauerarbeitsplätze mit befristet Einge­stellten Arbeitskollegen besetzt werden. Wie weit kann man mit der Werkleitung “Geschäfte” machen, deren Einhaltung von uns auch durchgesetzt werden können? Gerade in der letzten Zeit mussten wir erfahren, dass z.B. das Arbeits­zeitgesetz einer dauernden Missachtung ausgesetzt ist. Im Horrorkatalog waren die abgemachten Befristungen in der Regel um mindestens 50% überzogen. Zu Bedenken ist neben dieser Unzuverlässigkeit auch, dass nach wie vor unser Wissen zur ständigen Verbesserung beitragen, unsere Lohn­ab­sicherung aber nur begrenzt sein soll. Gegen befristete Beschäftigung und den Rentenklau fanden schon in mehreren Werken Protestkundgebungen statt. Es wird Zeit, dass hier ein geschlossenes Vorgehen stattfindet. Dies würde unsere Chancen zu einheitlichen und guten Regelungen mit Sicher­heit vorranbringen.


Gruppenarbeit und MPS




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Im Mercedes Produktionssystem (MPS) ist die Einführung der Gruppenarbeit gefordert. Natürlich nur dort, wo es möglich ist. Für die Gruppenarbeit gibt es unsere Betriebs­vereinbarung. Im Sinne dieser Vereinbarung wird die Grup­pen­arbeit gestaltet. Nun gibt es Vorgesetzte vom Centerleiter bis zur Meisterebene, die keine große Lust verspüren, die Grup­pen­arbeit einzuführen. Sei es, dass sie Angst vor zuviel Selb­ständigkeit der Gruppen haben, oder stören sie die etwas höheren Löhne, die dann häufig fällig werden, oder dass nun gewählte Gruppensprecher da sind und nicht mehr der von oben eingesetzte Vorarbeiter? Was auch immer der Grund sein mag, es wird kräftig gemauert.

Ganz toll ist es, wenn Meister oder E4-Leiter anfangen, von Teamarbeit zu faseln, obwohl sie genau wissen, dass es solche Arbeitsformen im Werk 68 nicht gibt. Uns scheint, dass hier von der Betriebsleitung, dem Betriebsrat und der Per­sonalabteilung noch viel Bildungsarbeit zu leisten ist. Also packen wir es an!


CTS-Kollegen jahrelang verschaukelt
































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Nach jahrelangen Umzugsplänen ins Phillipsgebäude, nach Neu Wulmstorf aufs ehemalige Ladagelände und weiteren Standorte scheint jetzt eine Entscheidung gefallen zu sein.

Angefangen hat das ganze dadurch, dass mit der Fertigung der Dachsysteme richtig Plus gemacht wurde. Jetzt sollten sie noch mehr Geld bringen, darum sollte auch an andere Automobilwerke geliefert werden. Allein wollte man aber doch nicht, also nahm man sich Porsche mit ins Boot. Der Umsatz stimmte zwar, doch das dicke Geschäft blieb aus. Darum mussten zwei Mann aus der 1. Etage mit dicker Ab­findung gehen. Rauschende Feste habe man dort gefeiert, erzählt man sich. Doch nun ist die Katze aus dem Sack! Nun ist es offiziell, dass die Dächer des SL und in zwei Jahren auch die des SLK in Bremen montiert werden. Wir, die alter­nativen haben von Anfang an unsere Skepsis geäußert. Jetzt ist es Gewissheit, die Montage wird nach Bremen und die für die anderen Dächer nach Standorten in den Süden verlagert. In Hamburg bleibt lediglich die “Kernfertigung”, die maschinelle Bearbeitung und die Montage des Klapp­mechanismusses.

Den Kollegen wird schon wieder vorgegaukelt, hier geht es weiter. Doch es hat eher den Anschein, dass dieser Teil nur Herrn Prof. Dr. Bobbert zuliebe noch erhalten bleibt, der in die CTS sehr viel Engagement eingebracht hat. Mit anderen Worten, dieser Zustand ist wohl eher zeitlich begrenzt.

Vielleicht sollten sich Werkleitung und Betriebsrat einmal Gedanken machen, wie man die gewerblichen Kollegen wieder zu uns ins Werk zurückholen kann. Die gewerblichen Kollegen hatten im Gegensatz zu den Angestellten keine Möglichkeit zu wählen, ob sie im Kon­zern bleiben oder nicht. Die Ausgründungs­philo­sophie wird hierbei richtig deutlich: “Ein Konzern ist wie ein Kuchen, den muss man in kleine Stücke schneiden, damit man ihn selber essen oder anbieten kann und die unan­sehnlichsten Stücke schmeißt man weg, wie Reste die keiner mag.”

Viel Achtung haben die CTS Kollegen von Seiten DaimlerChrysler eh nicht erfahren. Auch von vielen unserer Kollegen hören wir immer wieder, was es für Vorteile bringen würde, wenn die CTS hier nicht wäre. Da erhofft man sich z.B. die große Parkplatzproblemlösung und auf mehr Produktionsflächen, da keine Investitionen genehmigt werden. Wir alternativen hoffen weiter mit den Kollegen von der CTS zusammenzuarbeiten, und dies bald wieder unter einem Dach. Die anderen seien gewarnt, die CTS war nicht die einzige Ausgründung und wird mit Sicherheit nicht die letzte des Konzerns sein. Frei nach der beschriebenen Philosophie werden Stücke zusammengestellt, vor kurzem der IT Bereich, dann der unproduktive Materialeinkauf, demnächst die Presserei, dann die Achsen und so weiter und so weiter.


Was wird aus dem Werksverkehr









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Dem Betriebsrat wurde ein neues Konzept für die Logistik vorgelegt. Alle Kollegen in Halle 12 sollen in ihrem Bereich bleiben, dafür aber alle Befristeten aus dem Bereich gehen. Erreicht wird das dadurch, dass H12 ein neues, automatisches Hochregallager erhält, und ein Schnell­dreh­lager wird, in dem nur eine Kapazität von 3 Tag­en bevor­ratet wird. Es wird der Firma Hansetrans aufs Auge ge­drückt, alle weiter­en Logistiktätigkeiten zu über­nehmen. Dies ist erst einmal erfreulich. Im gleichen Atemzug wird aber dargestellt, dass der innerbetriebliche Verkehr fremd­ver­geben werden soll, inklusive der Staplerreperatur. Durch massiven Protest des Betriebsrates wurde diese Maß­nahme wieder zurückgezogen. Mit Sicherheit ist sie aber nicht vom Tisch. Wann wird hier endlich mal mit den Kollegen zu­sammen gearbeitet! Statt die Arbeit intelligenter zu gestalten, wird doch immer wieder nur an den Arbeits­plätzen (Existenzen) der Kollegen gesägt. Damit muß endlich Schluss sein!


Aus für den freien Samstag


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Immer öfter fällt der freie Samstag den Erpressungen der Werk­leitungen einzelner Standorte zum Opfer. Kassel wurde wieder Vorreiter. Die Achse des neuen NCV2 war der Aufhänger. Der Betriebsrat rief die Einigungsstelle an. Außerdem machte er der Belegschaft Angst, die Arbeit nicht zu bekommen. Im Schnellverfahren wurde dann der freie Samstag gekippt. Die Kollegen arbeiten jetzt 3 Wochen durch, 6 Frühschichten, 6 Nachtschichten und 5 Spät­schich­ten. Die Überstundenpauschalen entfallen nun logischer Weise auch. Werk Rastatt hat schon nachgezogen. Das Muster­werk für MPS mußte auch noch 17 Schichten akzep­tieren um den Zuschlag für die Produktion der neuen A-Klasse zu bekommen. Das lässt ahnen was auf uns zukommt. Wir arbeiten noch die 5 Tage Woche, aber durch die Wochen­endschicht haben wir auch schon eine Betriebszeit von über 18 Schichten.


Parkplatz oder Werksbus


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Immer öfter kommt von Kollegen die Anregung, einen Werks­bus einzuführen, wie es ihn bei der DASA schon seit Jahren gibt. Hintergrund ist, dass wir schon seit fast über ein Jahr auf eine kurzfristige Parkplatzerweiterung warten. Doch es tut sich nichts. Die Kollegen meinen, dass es ja eine gute Alternative wäre, jetzt statt eines Parkplatzes eine Werks­buslinie einzurichten. Zurzeit wäre die Chance eines Über­gangs nicht schlecht! Da die Spritpreise mittlerweile eine ganz beträchtliche Höhe erreicht haben.

Ihr solltet, wenn ihr auch der Meinung seid, einen Werks­busverkehr einzusetzen, dies als Verbesserungs­vorschlag einreichen. Dies wäre doch sicherlich eine sinnvolle Verbesser­ung, die auch in Sachen Umweltschutz eine nicht zu verachtende Maßnahme darstellen würde.


Zitat:



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Vor 5 Jahren klopften die Beschäftigten bei mir an und sagten: Wir wollen möglichst viel arbeiten, weil wir Singles sind. Heute kommen dieselben Leute und klagen: Weil wir so viel arbeiten, sind wir immer noch Singles.”

Immo Anfang, Betriebsrat bei AOL Deutschland, im ”Hamburger Abendblatt” am 24.Oktober


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