Deutsch Ausländische Metallerinnen und Metaller

Was ist uns Demokratie wert

eine Wahlbetrachtung


Dieser Gedanke kam mir in diesem Wahlkampf sehr häufig. Demokratie ist immerhin in der Philosophie von Menschen, die dafür gekämpft haben, ein umittelbares Indiz für Freiheit. Wenn man daran denkt, dass unzählige Menschen bereit waren, ihr Leben dafür zulassen, habe ich bei dieser Wahl das Gefühl, dass dies nicht mehr alle Menschen so begreifen.


Deshalb war unsere Kampagne “Stimmvieh-Nein-Danke” auch im nachhinein - und auch in Zukunft - ein Motto, das genau die Bedeutung von Demokratie herausstellt.


Mit “Stimmvieh-Nein-Danke” haben wir rüberbringen wollen, dass ihr nicht eure Stimme deshalb Leuten geben sollt, weil sie euch einen Kaffee ausgeben, oder vielleicht auch einen Kugelschreiber, weil sie Versprechungen machen, oder weil sie sich kurz vor der Wahl besinnen, dass sie ein Wahlamt haben. Nein- ihr solltet euch Gedanken machen, warum ihr jemanden wählt und für was.

Leider scheinen uns 1/3 der Wahlberechtigten völlig falsch verstanden zu haben, gar nicht wählen war nicht gemeint. Wer gar nicht wählt, unterstützt die gewählte Mehrheit. Leider erwachsen aus dem nicht Wählen keine Konsequenzen, die einen Protest wiederspiegeln würden.


Die Wahl ging um die Interressenvertretung, oder wie wir meinen, um die Wahrung eurer Interessen. So standen dann auch zwei Positionen gegenüber:


Die einen, die darstellten, dass sie eure Interessen am Besten vertreten können,


und wir, die meinten dass eure Interessen nur mit euch zusammen gewahrt werden können!


Die einen gaben vor, dass sie anders als die Alternative nicht nur leere Versprechungen machen, sondern, dass sie diese sogar umsetzen können.


Pech gehabt, wir haben gar keine Versprechungen gemacht, also waren auch gar keine leeren Versprechungen vorhanden, die man umsetzen kann.

Wir haben Problemfelder benannt, und wie man diesen begegnen kann und mit euch zusammen daran arbeiten kann.

Wir haben auf den Betriebsrat und die Belegschaft, auf euch, gebaut.

Auf eine eigenständige Position des Betriebsrates gegenüber der Werkleitung.


Während dessen spielte auf der anderen Seite die Angst eine wichtige Rolle. Die Angst um eure Arbeitsplätze. Ähnlich wie bei unseren Bossen spielte hier das Wort Strandortsicherung eine wichtige Rolle, und das sie die jenigen sind, die das mit der Werkleitung für euch richten werden.


Wer in dieser Frage die Wahl gewonnen hat, ist eindeutig.


Aber Kollegen von der Metallfraktion, nicht zu früh freuen, es kommen harte Zeiten auf uns zu. Die Ansage von Herrn Böhm, dass die Produktvielfalt hier bereinigt werden soll, zielt eindeutig auf das Center Systemelemente ab, das bekanntlich auch nicht im Zukunftskonzept des Werkes vorgesehen ist. Es wird interessant sein, wie das Ziel der Werkleitung mit den Interessen der Kollegen zu vereinbaren ist, wenn man doch so gern den Schulterschluss demonstriert?


Nein, wir haben unsere Ziele nicht - oder vielmehr noch nicht - bei dieser Wahl klar machen können, aber die letzten Wahlen bescherten uns einen kontinuierlichen Stimmzuwachs. Es gibt also eine immer größere Anzahl von Kollegen, die unserer Vorstellungen von der Wahrung der Interessen folgt.

Außerdem glaube ich, dass unsere Art, dieses Thema rüberzubringen, auch Farbe in den Wahlkampf gebracht hat.


Da wir schon beim Thema Farben sind, die rote Farbe der Gewerkschaft musste leider der Farbe Gelb weichen. Die Farbe von Neid und Missgunst. Nachdem die Spaltung zu uns aufrecht erhalten wurde, haben sich die Kandidaten der Metallfraktion doch sehr eindrucksvoll zu Wort gemeldet. Die Gewerkschaft war so wieder Verlierer.


Wer nun meint, das sehe ich nicht richtig, hier ein Beispiel:


Bei den Tarifverhandlungen steht einiges für unsere Gewerkschaft auf dem Spiel, deshalb wollte man auch, dass die IG Metaller aus dem Werk Hamburg in Bremen am 18.03.2002 etwas für Stimmung sorgten. Doch diese Veranstaltung musste mangels Masse abgesagt werden. Von den 49 Kandidaten, die sich Kandidaten der IG Metall nennen dürfen – wir haben dieses Privileg nicht – meldeten sich gerade einmal mit uns zusammen 8 Kolleginnen und Kollegen an. Da lohnte es sich nicht, einen Bus zu chartern.


Wie ihr seht, wird auch die IG Metall zum Wahlkampfinstrument, statt zu unserer Organisation, die für und mit uns die Verteilungskämpfe organisiert und führt. Wie glaubhaft wirken diese Funktionäre, wenn sie euch auffordern, unsere Kampfstärke durch Warnstreiks zu demonstrieren?


Denkt darüber nach!


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Wahlergebnis

Wahlbeteiligung 67,13%

Platz 1 geht an die Frau mit den meisten Stimmen, die anderen beiden Frauen haben auf Grund der Stimmen ihren Platz im Betriebsrat


1


Kaiser, Rita

alternative

301

2


Dammann, Günther


1187

3


Dehmel, Norbert


992

4


Russo, Francesco


618

5


Benecke, Günter


593

6


Büsselmann, Joachim


531

7


Wittkowski, Ulf

alternative

525

8


Thiemer, Jörg


469

9


Kanzari, Ammar


440

10


Unfug, Rüdiger


370

11


Schmidt, Mainhard

alternative

336

12


Friedrichs, Uwe


334

13


Wijdekop, Franciscus


313

14


Russo, Giorgio


310

15


Buchhorn, Walter


288

16


Büsselmann, Jan


288

17


Schmelt, Gritta


279

18


Griese, Jan-Uwe

alternative

273

19


Ladewig, Anneke


264

20


Müller, Heino


263

21


Rähse, Armin


243

22


Aydogdu, Hazni


236

23


Niekrenz, Udo


221

24


Klingel, Jörg

alternative

212

25


Zoroglu, Atilla


210

26


Hein, Svenja


205

27


Völsch, Wilfried


168

28


Cetin, Ahmet


167

29


Apel, Wolfgang

alternative

166

30


Yalcinkaya, Ahmet

alternative

165

31


Rühle, Johannes


164

32


Rohde, Timo


158

33


Pengel, Hartmut


156

34


Degen, Harry


151

35


Rodic, Slavko

alternative

150

36


Yildiz, Cengiz


150

37


Kisil, Alexander


148

38


Weselmann, Jörg


134

39


Lemke, Artur


132

40


Aschbichler, Bruno


127

41


Kriehn, Hermann


125

42


Brumme, Dirk


116

43


Kurt, Numan

alternative

108

44


Vurmaz, Tekin


104

45


Voß, Stephan


102

46


Elbert, Stefan


102

47


Schneider, Arndt

alternative

100

48


Bebic, Dragan


99

49


Pollak, Rudolf

alternative

95

50


Jendoubi, Brahim


91

51


Ünal, Cengiz


90

52


Stolzenberg, Heinz-Dieter


83

53


Bahl, Holger


80

54


Beier, Tino


80

55


Böhm, Mike


77

56


Jurkiw, Jaroslaw


68

57


Bathel, Ralf


66

58


Koch, Tobias


61

59


Aytar, Dursun


55

60


Lorenschat, Hans-Günther


53

61


Blanke, Thomas


37


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Werk Kassel
abgegebene gültige Stimmen = 73,76%

IGM = 70,48% = 17 Mandate (alt 18)

Alternative 20,38% = 5 Mandate (alt 5)

Metaller für Alle 6,57% = 1 Mandat (alt 0)

CGM 2,57% = 0 Mandate (alt 0)

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BR - Wahl 2002 der MB Lenk, düsseldorf
hier das Ergebnis der Betriebsratswahl 2002 der MB - Lenk

VA = 440 Stimmen entspricht 7 Sitze
IGM = 394 Stimmen entspricht 7 Sitze
CGM = 98 Stimmen entspricht 1 Sitz
Macal. = 24 Stimmen

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Im Werk Wörth war am 13.03.02 die Wahl:

Liste 1 AAL =756 Stimmen 4 Sitze
Liste 2 =IG Metall 5274 Stimmen 29 Sitze
Liste 3 =CGM 449 Stimmen 2 Sitze
Liste 4 =UAL 528 Stimmen 2 Sitze
Liste 5 =LJA 532 Stimmen 2 Sitze

Wahlbeteiligung 67,43 %


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Betriebsratswahl 2002 im Vergleich zu 1998 :








DaimlerChrysler AG Werk Bremen








Auszug 1-42 und Platz 76

















Stim. 2002

2002%

Stim.1998

1998%

Diff.Stim.

Diff.%

1.

Richter,Udo

5.533

59,75

6.712

60,14

-1.179

-0,39

2.

Werner,Uwe

4.916

53,09

4.942

44,28

-26

8,81

3.

Coors,Jürgen

4.542

49,05

4.114

36,86

428

12,19

4.

Wessels,Claus KvD 1

3.875

41,85

3.941

35,31

-66

6,53

5.

Tönjes,Elke

3.808

41,12

3.725

33,38

83

7,74

6.

Drieling,Jürgen KvD 2

3.593

38,80

4.091

36,66

-498

2,14

7.

Frese,Christian

3.435

37,10

4.520

40,50

-1.085

-3,41

8.

Husherr,Rainer

3.421

36,94

2.122

19,01

1.299

17,93

9.

König,H.P.

3.149

34,01

2.913

26,10

236

7,90

10.

Kohrt,Joachim

2.873

31,03

2.348

21,04

525

9,99

11.

Kupfer,Gerhard KvD 3

2.776

29,98

3.048

27,31

-272

2,67

12.

Ipach,Jutta

2.704

29,20

2.884

25,84

-180

3,36

13.

Sack,Axel

2.533

27,35

2.133

19,11

400

8,24

14.

Akbal,Ibrahim

2.300

24,84

3.103

27,80

-803

-2,97

15.

Cordes,Gerhard

2.287

24,70

1.787

16,01

500

8,69

16.

Zech,Edwin

2.286

24,69

1.879

16,84

407

7,85

17.

Ziewitz,Regina

2.204

23,80

2.010

18,01

194

5,79

18.

Schmidt,Rainer

2.145

23,16

1.257

11,26

888

11,90

19.

Kotte,Frank

2.141

23,12

1.959

17,55

182

5,57

20.

Kuhn,R.D.

2.117

22,86

2.301

20,62

-184

2,24

21.

Kappe,Manfred

2.066

22,31

2.755

24,69

-689

-2,38

22.

de Vries,M.

1.927

20,81

1.866

16,72

61

4,09

23.

Steenken,Kerstin KvD 4

1.876

20,26

2.247

20,13

-371

0,12

24.

Friessner,Jürgen

1.825

19,71

2.377

21,30

-552

-1,59

25.

Cordes,Michael

1.785

19,28

1.723

15,44

62

3,84

26.

Hustedt,Regine

1.766

19,07

2.021

18,11

-255

0,96

27.

Bartels,Peter

1.679

18,13

1.891

16,94

-212

1,19

28.

Thielbar,Silke

1.564

16,89

1.711

15,33

-147

1,56

29.

Krug,H.H. KvD 5

1.547

16,71

1.809

16,21

-262

0,50

30.

Stratmann,W.

1.532

16,54

1.790

16,04

-258

0,50

31.

Kammlott,Joachim

1.343

14,50

1.447

12,97

-104

1,54

32.

Kronstein,Andreas

1.243

13,42

1.231

11,03

12

2,39

33.

Gündüz,Ibrahim

1.231

13,29

1.331

11,93

-100

1,37

34.

Seedorf,Thomas

1.026

11,08





35.

Burgdorf,Michael KvD 6

1.016

10,97

876

7,85

140

3,12

36.

Peters,Michael

969

10,46





37.

Mercan,Cevat

968

10,45





38.

Neuber,Nicole

916

9,89





39.

Müller,Uwe

883

9,54

1.197

10,73

-314

-1,19

40.

Puschmann,M. KvD 7

876

9,46

1.088

9,75

-212

-0,29

41.

Gök,Serkan

802

8,66





42.

Nogga,Henning

763

8,24

967

8,66

-204

-0,43

76.

Netzel, Mario KvD 8

493

5,32

689

6,17

-196

-0,85


# Letzter Platz nach Wählerliste = 132








Wahlbeteiligung








1998: 65,27%








2002: 55,82%
















Jürgen Drieling



Alle Angaben ohne Gewähr





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17.November - Chance vertan

Wir waren am 17.November auf der Sitzung und hatten beantragt (Siehe untenstehenden Text), dass es zu der Betriebsratswahl 2002 nur eine Absicherungsliste gibt. Unser Antrag, wurde so wie er gestellt wurde nicht zur Abstimmung gebracht. Zu erst beschloß der Vertrauenskörper, dass wieder eine offene Belegschaftsliste angestrebt wird. Nach dem der VK das einstimmig beschlossen hatte wurde darüber abgestimmt, dass die alternative DAMM-Liste mit der Liste der IG Metall vor der Öffnung nach dem letzten Wahlergebniss verzahnt wird, außerdem mit der Liste der Angestellten, die nach d'Hondt eingefügt werden. Dies wurde auch einstimmig beschlossen. Ausserdem wurde beschlossen, dass der stellvertretende Vorsitzende auf den 2.Listenmplatz gesetzt wird. Aber als es darum ging das es nur noch eine Absicherungsliste gibt, legten einige ein sonst ungewöhnliches Angagement an den Tag. Unser Antrag zielte darauf, dass die Belegschaft bei der letzten Wahl mit ihren Stimmen eine Reihenfolge festgelegt hatte, die wir nun nutzen könnten die Spaltung der IG Metall in unseren Betrieb aufzuheben. Doch die VK-Leitung, die sonst eher unentschlossen und träge wirkt, so ist die VK-Leitung bei Seminaren meist noch nicht mal zu 50% anwesend, entwickelten sie hier doch ein hartnäckiges Durchsetzungsvermögen und beharrten auf ihren Beschluss, im Einzelplatzverfahren eine eigene Liste aufzustellen. Aber genau dieses Wahlverfahren hat seit 26 Jahren bei uns im Werk zur Spaltung geführt, da eine 50,1% Mehrheit alle Minderheiten aus den Rennen werfen kann. So kam es, dass sich bei uns im Werk die Alternative bildet, aber auch der CMV. An dieses Wahlverfahren wollte und hielt man fest. Wir bedauern dies. Es ist kein Sinn zu erkennen, warum zwei Listen zur Absicherung nötig sind. Auch die scheinbar besseren Plätze relativieren sich bei der Zusammenführung der Listen, zur offenen Belegschaftsliste. Der einzige Sinn könnte sein, dass man auf eine Listenwahl hofft, und die Belegschaft, aus Gewohnheit wieder Mehrheitlich die IG Metallliste wählt. Selbst dann würden wir wohl auch nicht leerausgehen und schon würde sich auch hier der Alleingang der IG Metaller auf der Liste relativieren. Schade, dass 45 von 57 Anwesenden sich gegen diese Chance wendeten und ihre Abstimmung über die der Belegschaft stellten. zurück


Antrag zur Aufstellung der IG Metallliste zu den Betriebsratswahlen:2002


Wir die Kolleginnen und Kollegen der "Alternativen DAMM"-List stellen als Mitglieder der IG Metall den Antrag:

Der Vertrauenskörper der IG Metall bei DaimlerChrysler im Werk Hamburg möge beschließen, dass es zu den Betriebsratswahlen 2002, wie schon zu den letzten beiden Betriebsratswahlen, eine offene Belegschaftsliste geben soll. Im Unterschied zu den letzten beiden Wahlen wird es aber nur eine Absicherungs­liste geben.

Der Vertrauenskörper der IG Metall bei DaimlerChrysler im Werk Hamburg beschließt weiter, dass die Reihenfolge, die die Belegschaft bei den letzten Be­triebsratswahlen mit ihren Stimmen festgelegt hat, auch die Absicherungsliste der IG Metall ist. Die beiden Listen der Arbeiter und Angestellten wird nach d'Hondt zusammengefügt, da das neue Betriebsverfassungsgesetz keine Unter­scheidung bei den Gruppen macht. In die Absicherungsliste können nur IG Me­tallmitglieder aufgenommen werden.

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Begründung: